Kirchenfahnen

Anders als bei Staats- oder Landesflaggen sind Kirchenfahnen nicht rechtlich geschützt. Da sie eine Glaubensgemeinschaft symbolisieren, können sie jederzeit frei verwendet werden und unterstehen keinen besonderen Bedingungen. Die Kirchenfahnen, die wir heute kennen, sind relativ jung. Da früher jede Gemeinde und jede Region eine eigene Flagge und ein eigenes Wappen führte, gab es lange Zeit keine einheitlichen Fahnen für das Schmücken von Kirchen. Erst mit Anfang des 20. Jahrhunderts bildete sich eine einheitliche Beflaggung aus.

Welche Kirchenfahnen gibt es in Deutschland?

katholische Fahne

Die Fahne der katholischen Kirche orientiert sich an der Flagge des Vatikans. Als lange Bannerfahne gestaltet, ist sie in zwei breite vertikale Streifen geteilt. Von links nach rechts sind die Farben Gelb und Weiß angeordnet.

Die Farbgestaltung geht auf den Papst Pius VII. zurück, der Rot als Farbe der Päpste ablöste. Gelb und Weiß symbolisieren Gold und Silber, das eigentlich nicht zusammen verwendet werden durfte. Um den Sonderstatus des Heiligen Stuhls auch nach außen deutlich zu machen, wurde diese Tradition absichtlich nicht befolgt.

 

evangelische Fahne

Die Fahne der evangelischen Kirche besteht aus deinem weißen Hintergrund, auf dem ein großes, violettes Kreuz über die gesamte Breite und Länge der Flagge zu sehen ist. Sie ist traditionell als Bannerfahne, also im Hochformat, zu finden. Sie entstand zur Zeit der Novemberrevolution 1918. Nach dem Ende der Monarchie und dem Ausrufen der Weimarer Republik war das Volk verunsichert, welche Flagge nun getragen werden sollte. Um diesem Problem zu entgehen, entwickelte die evangelische Kirche eine eigene Fahne, die an den Gotteshäusern der Gemeinde platziert wurde. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges durfte an Kirchen ausschließlich die Nationalflagge gehisst werden. Erst nach 1945 wurde die Fahne wieder zur offiziellen Flagge der Protestanten.

 

ökumenische Fahne

Die Fahne der ökumenischen Kirche besteht aus einem vertikalen und einem horizontalen weißen Balken, die sich in der Mitte der Fahne treffen. Der Hintergrund der Flagge ist Rot gehalten. Sie ähnelt sehr stark der dänischen Flagge.

Um den christlichen Glauben trotz unterschiedlicher Strömungen gemeinsam ausüben zu können, wurde die ökumenische Flagge ins Leben gerufen. Das sogenannte praktische Christentum setzt sich seit 1925 für ein gemeinsames Miteinander ein. Um bei gemeinsamen Gottesdiensten und Gesprächsrunden auch die Möglichkeit zu haben, Flagge zu zeigen, wurde eine neue Flagge entworfen, die für die gesamte Christenheit stehen sollte.

Wofür werden sie genutzt?

Genau wie bei allen anderen Fahnen, ist die Nutzung von Kirchenfahnen nicht nur auf bestimmte Ereignisse beschränkt. So sind zum Beispiel große Banner häufig bei Gottesdiensten im Einsatz. Außen an der Kirche angebracht, symbolisieren sie das Stattfinden einer Andacht und schmücken außerdem das Gebäude selbst. Außerdem wird so schon vom Weiten deutlich, um welche Glaubensrichtung es sich bei dieser Institution handelt.

Im Inneren der Kirche kann die Flagge zu besonderen Anlässen, wie einer Taufe oder einer Kommunion, eine spezielle Atmosphäre in das Gebäude bringen. So wirkt die Veranstaltung noch feierlicher, als an einem normalen Gebetstag.

Wenn die Kirchenfahnen an Fahnenmasten vor dem Gebäude angebracht werden, lenken sie durch das Wehen die Aufmerksamkeit der Leute auf die Kirche und sorgen somit für einen prachtvollen Anblick. Wenn die Masten hoch genug sind, können sie auch gut als Wegweiser, der zum Gottesdienst weist, genutzt werden.

 

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