Das Flaggenalphabet

Das internationale Flaggenalphabet ist heute noch gebräuchlich zur Verständigung auf See. Es kommt beim Seefunk zum Einsatz oder wird beim Ton- und Lichtmorsen übermittelt. Die Signale geben Hinweise auf den eigenen Zustand, die eigenen Absichten oder auf Besonderheiten in der Umgebung. Anhand der Flaggen sind die Informationen auf optischem Wege gut erkenntlich. Durch die Buchstaben lassen sich Hinweise oder gar Befehle an andere Schiffe übermittelt. Die unterschiedlichen Flaggen sind jeweils andersfarbig gestaltet und zeigen verschiedene Symbole und Muster. Sie sind allein gültig oder können auch in Kombination einen Sinn ergeben. Die Codetabellen sind für den jeweiligen Anwendungsbereich vorgesehen und weichen gegebenenfalls ab. Da sich im Laufe der Zeit verschiedene Systeme und Flaggensignale etabliert haben, wurden die Flaggen mit jeweils einem Buchstaben aus dem Alphabet benannt. Der Sinn der Nachrichten hat selten etwas mit dem Buchstaben zu tun, kann jedoch darüber einfacher übermittelt werden.

Allgemeines und Geschichtliches

Man unterscheidet heute nach dem internationalen und dem deutschen Flaggenalphabet. In beiden Fällen trägt die Flagge auch einen lateinischen Buchstaben. Daneben gibt es Flaggen für Ziffern und Sonderflaggen. Manche Flaggen tragen sogar eigene Bezeichnungen, die auf den Sinn zurückzuführen sind. Die Flagge A des Alphabets beschreibt beispielsweise, dass sich ein Taucher unterhalb befindet. Aus diesem Grund wird die Flagge auch als Taucherflagge bezeichnet.

Das erste System von Flaggensignalen wurde im Jahr 1817 eingeführt und diente zunächst der Erkennung von Handelsschiffen auf größere Entfernung. Daneben existierten viele weitere Flaggensysteme, die vor allem als militärische Geheimnisse genutzt wurden. Mit den Flaggen sollten Befehle an befreundete Kriegsschiffe während einer Schlacht übermittelt werden. Der Gegner würde diese Signale also nicht lesen können. Lange Zeit existierten zwei Signalbücher: für das Militär und die Handelsmarine. Das in Deutschland genutzte Flaggenalphabet geht auf das Jahr 1855 zurück und wurde von vielen anderen Nationen ebenso übernommen. Daraus entwickelte ein internationales Signalbuch, das seit 1901 allgemeingültig in der Seefahrt eingeführt wurde.

Der Einsatz in der Seefahrt und bei Wettfahrten

Das Prinzip ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts gleich geblieben. Dagegen hat sich die Zahl der Stander und Wimpel deutlich vermehrt. Insgesamt 26 Buchstabenwimpel gehören zum Alphabet. Daneben gibt es zehn Zahlenwimpel und einen Signalwimpel. Vier Hilfsstander, zwei Bahnwimpel und ein Zielwimpel sind ebenso zum Alphabet zu zählen. Kommen mehrere Flaggen in Kombination zum Einsatz, so dürfen bis zu vier verschiedene Buchstaben miteinander kombiniert werden. Die Flaggen werden dann von oben nach unten gelesen. Zählt man sämtliche Kombinationen zusammen, können bis zu 475.254 verschiedene Aussagen in der Seefahrt formuliert werden, um den anderen Seefahrern einen Hinweis zu geben. Kommen die Signalwimpel dazu, vermehrt sich die Anzahl der jeweiligen Aussagen. Die Bahn- und Zielwimpel sind wiederum nur bei der Regatta von Bedeutung. Auch die einzelnen Buchstaben haben bei einer Regatta oder bei Wettfahrten eine jeweils andere Bedeutung. So deutet der Buchstabe B beispielsweise auf eine gefährliche Ladung hin mit einer roten Flagge. Als Regattasignal kann sie als Protestflagge gelesen werden. Doch nicht jede Flagge der Seefahrt hat auch in der Regatta eine andere Bedeutung. Manche Flaggen werden einfach ausgelassen.

Ausnahmen

Das echte Alphabetisieren und Buchstabieren von Wörtern ist mit diesem Alphabet nur in Ausnahmen zulässig. So kann man beispielsweise den Namen eines Besatzungsmitgliedes morsen. Allerdings muss vorher das Signal „Ich beginne zu buchstabieren“ erfolgen. Auch das Ende des Buchstabierens muss entsprechend angegeben werden.

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